Die Formula Heritage feiert beim BELMOT Oldtimer-Grand-Prix ihre Premiere. Einer ihrer besonderen Vertreter ist der Embassy Hill GH1/3 von Christian Kirk: Genau dieses Chassis fuhr 1975 beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring auf den fünften Platz.
Die Formula Heritage schließt eine Lücke im Programm des BELMOT Oldtimer-Grand-Prix. Das Time-on-Track-Event wurde ins Leben gerufen, weil die Zahl der hochkarätigen historischen Formelserien abnimmt und deren Starterfelder schrumpfen. Mit dem neuen Format schafft der OGP deshalb eine zusätzliche Möglichkeit, historische Monoposti auf der Grand-Prix-Strecke zu präsentieren. Die Bandbreite reicht von Formel-1- und Formel-2-Fahrzeugen über Formel-3000- und 5000-Boliden bis hin zu Formel 3 und Formel BMW.
Formel-1-Renner mit direktem Nürburgring-Bezug
Wie besonders die hier startenden Fahrzeuge sind, zeigt der Embassy Hill GH1/3 von Christian Kirk. Der Formel-1-Wagen aus dem Jahr 1975 wird von einem Cosworth-DFV-V8 angetrieben und leistet laut Kirk 450 PS bei einem Gewicht von nur 595 Kilogramm. Das Chassis bringt zudem seine ganz eigene Nürburgring-Geschichte mit: Alan Jones erreichte damit 1975 beim Großen Preis von Deutschland den fünften Platz.
Doch das Projekt von Graham Hill endete nach nur einer Saison auf dramatische Weise: Im November 1975 kamen Hill und weitere Mitglieder seines Teams, darunter Fahrer Tony Brise und Konstrukteur Andy Smallman, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Das Rennteam wurde anschließend aufgelöst. Kirk ist überzeugt, dass im GH1 noch viel Entwicklungspotenzial steckte: „Vielleicht hätte die Weiterentwicklung noch Weltmeisterpotenzial gehabt.“
Vor rund zwei Jahren entstand bei Kirk der Wunsch, selbst einmal einen historischen Formel-1-Wagen zu fahren. Bis er nun mit dem Hill beim OGP antreten konnte, wurde es allerdings knapp: Erst kurz vor der Veranstaltung war das Auto einsatzbereit. „Der Hill ist jetzt vor einer Woche fertig geworden, und ich habe mich riesig darauf gefreut, ihn jetzt richtig zu fahren. Das ist ein tolles Auto – auch rein optisch. Er fährt sich ganz toll.“
Kein Raum für Fehler
Der mehr als 50 Jahre alte Formel-1-Wagen verlangt seinem Fahrer dabei einiges ab. Sein niedriges Gewicht, die hohe Leistung und das unmittelbare Fahrverhalten lassen nur wenig Spielraum. „Das Auto verzeiht keine Fehler. Es gibt nicht diesen Moment, in dem man merkt, dass es weggeht, und es noch einmal einfangen kann. Es geht sofort weg – deshalb muss man sehr präzise fahren.“
Gerade diese direkte und unverfälschte Art des Fahrens macht für Kirk die besondere Faszination aus. „Es macht sehr viel Spaß – viel mehr als in modernen Autos. Es gibt keinerlei Assistenzsysteme: Man muss selbst schalten und kuppeln. Wie früher.“
Mit seinem Hill GH1/3 steht Kirk beispielhaft für die Idee der Formula Heritage: besondere Formelrennwagen unterschiedlicher Epochen wieder in Bewegung zu zeigen. So können die Besucher die Technik und die Vielfalt des historischen Formelsports nicht nur aus der Nähe betrachten, sondern die Fahrzeuge auch dort erleben, wo sie hingehören – auf der Rennstrecke.

