Beim BELMOT Oldtimer-Grand-Prix treffen Rennwagen und Weggefährten aus mehreren Jahrzehnten Schnitzer-Motorsport aufeinander. Das Wiedersehen hat einen besonderen Anlass: Das Schnitzer-Tribute erinnert an Herbert Schnitzer, der am 5. Juni 2026, seinem 85. Geburtstag, gestorben ist. Frühere Fahrer wie Leopold Prinz von Bayern und Bruno Spengler lassen die gemeinsame Zeit lebendig werden. Die historischen Fahrzeuge und Gesprächsrunden schlagen dabei den Bogen zwischen mehreren Epochen deutscher Motorsport-Historie.

Herbert Schnitzer hatte Schnitzer Motorsport Mitte der 1960er-Jahre gemeinsam mit seinem Bruder Josef gegründet. Über Jahrzehnte war er Teamchef und eine der prägenden Persönlichkeiten hinter den zahlreichen Erfolgen, die Schnitzer eng mit BMW verbanden. Während Charly Lamm an der Rennstrecke häufig als prominentes Gesicht des Teams wahrgenommen wurde, wirkte Herbert Schnitzer stärker im Hintergrund. Für das Team und seine Fahrer blieb er dennoch eine zentrale Konstante.

Eine jahrzehntelange Erfolgsgeschichte

„Das ist eine jahrzehntelange Erfolgsgeschichte, und wir mussten zu seinen Ehren einfach noch einmal etwas machen“, sagt Yannik Trautwein, der Schnitzer Classic gemeinsam mit seinem Vater Stefen führt. Der Kontakt zu Herbert Schnitzer war bis zuletzt nicht abgerissen. Noch im vergangenen Jahr besuchten die Trautweins ihn in Freilassing und verbrachten einen Abend mit ihm am Stammtisch.

Für Yannik Trautwein waren diese Begegnungen etwas Besonderes. Schnitzer habe ihn stets persönlich begrüßt und ihm Geschichten aus seinem langen Motorsportleben erzählt. „Das war so inspirierend“, erinnert er sich. Zugleich habe Schnitzer sehr klar gesagt, was er dachte: „Er war immer gerade heraus.“ Eine Eigenschaft, die auch Leopold Prinz von Bayern hervorhebt.

Der frühere BMW-Werksfahrer blickt auf eine lange Verbindung zu Schnitzer zurück. Zu seinen eindrücklichsten Erinnerungen zählt die Saison 1995 in der Japanischen Supertourenwagen-Meisterschaft. Schnitzer trat dort als vergleichsweise kleines BMW-Team gegen die einheimischen Hersteller an. Am Ende gewann Teamkollege Steve Soper den Titel. „Wir waren technisch und auch von der Autovorbereitung einfach sensationell“, sagt Prinz Leopold. „Das bleibt mir ewig in Erinnerung.“

Die Verbindung zwischen den früheren Fahrern und Teammitgliedern reichte weit über die gemeinsamen Renneinsätze hinaus. Das Wiedersehen mit ihnen – und auch mit vielen weiteren Weggefährten unter anderem aus seiner DTM-Laufbahn – beim OGP beschreibt Prinz Leopold deshalb als Treffen einer Familie. Alle seien inzwischen etwas älter geworden, doch die Stimmung, das gegenseitige Feixen und die alten Geschichten seien sofort wieder da.

Erinnerungen aus mehreren Generationen

Bruno Spengler steht für eine jüngere Epoche der Schnitzer-Geschichte. Mit dem Team gewann er 2012 den DTM-Titel. Auch er erlebte Herbert Schnitzer nicht nur als Teamchef und Geschäftsmann, sondern als leidenschaftlichen Motorsportler, der regelmäßig bei den Rennen dabei war.

„Er hatte viel Energie, viel positive Energie. Ein unglaublich passionierter, netter Mensch.“ Zugleich habe er den Wandel des Rennsports über viele Jahrzehnte miterlebt: unterschiedliche Rennserien, Fahrzeuge und technische Generationen. Seine Motivation und seine Leidenschaft seien dabei ungebrochen geblieben.

Talkrunden des Wochenendes werden erhalten

Sichtbar wird diese Geschichte beim OGP durch Rennwagen aus verschiedenen Schnitzer-Epochen. Die Erinnerungen der Menschen, die mit diesen Autos in den Einsatz gingen, erwecken die Erfolgsgeschichte des Teams zum Leben. Genau hier kommt Karsten Arndt ins Spiel. Der Gastgeber des Podcasts „Alte Schule“ hat bereits zahlreiche ehemalige Schnitzer-Fahrer und andere Protagonisten des Teams interviewt. Beim OGP moderiert er die Gesprächsrunden und trifft Fahrer direkt an ihren früheren Autos.

Mit dem Ende des Veranstaltungswochenendes ist das Schnitzer-Tribute deshalb noch nicht abgeschlossen. Die von Arndt geführten Gespräche werden aufgezeichnet und auf YouTube veröffentlicht. So bleiben die Erinnerungen der Fahrer und Weggefährten über den BELMOT Oldtimer-Grand-Prix hinaus erhalten – als kleiner digitales Denkmal für Herbert Schnitzer.

Karstens Plattformen sind unter https://www.alteschule.tv/ und https://www.youtube.com/@alte-schule zu finden.