Erstmals beleuchtete Heißluftballons am Rand der Strecke, dazu ein Feuerwerk als krönender Abschluss: Das Abendrennen der zweisitzigen Rennwagen und GT bis 1965 sorgte beim BELMOT Oldtimer-Grand-Prix einmal mehr für besondere Stimmung. Doch nicht nur die eindrucksvolle Kulisse machte den Lauf zu einem der Höhepunkte des Wochenendes. Auch das Starterfeld bot eine außergewöhnliche Vielfalt.
Die Poleposition in dem Feld voller außergewöhnlicher Rennwagen sicherte sich wie bereits im vergangenen Jahr Palle Birkelund Petersen im Ginetta G4 R. 2025 hatte der Däne den besten Startplatz anschließend in einen Sieg verwandelt, und das gelang ihm auch in diesem Jahr. Von der Pole aus ließ er diesmal als Zweierteam mit Aexander Weiss den Verfolgern keine Chance und gewann am Ende mit fast 30 Sekunden Vorsprung vor dem dänisch-britischen Trio Jakob Viggo Hostein / Otto Reedtz-Thott / Will Nuthall (Lotus 15 S3). Mit 2:02.617 Min. ließen sich die Sieger obendrein die schnellste Rennrunde notieren.
Ebenso wichtig wie der Kampf um den Gesamtsieg war aber das Geschehen in den unterschiedlichen Klassen, die auch diesmal mit spannenden Positionskämpfen für Unterhaltung sorgten. Kein Wunder bei einem Starterfeld mit zahlreichen besonderen Fahrzeugen: Ein Bizzarrini 5300 GT und ein Iso Grifo A3/C trafen dort auf offene Rennsportwagen wie den Lotus 19 Ferrari und den Maserati 300S. Porsche 550A und 904 GTS repräsentierten unterschiedliche Entwicklungsstufen der Rennsportgeschichte aus Zuffenhausen, während der Aston Martin DB4 GT zu den markantesten Gran-Turismo-Fahrzeugen im Feld gehörte.
Ein bewusst zusammengestelltes Feld
Die Vielfalt war dabei kein Zufallsprodukt. Hubertus Graf Dönhoff ist maßgeblich für die Zusammenstellung des Teilnehmerfeldes verantwortlich. Der „Urvater“ des BELMOT Oldtimer-Grand-Prix steht dabei immer wieder vor der Qual der Wahl – oder dem Luxus der Auswahl. Denn da es auch in diesem Jahr mehr Interessenten als Startplätze gab, konnte er das Feld gezielt zusammenstellen.
„Es geht darum, eine gute Mischung zu schaffen. Nicht eine Marke soll das Feld dominieren; wir wollen möglichst viele unterschiedliche Fahrzeuge zeigen“, erklärt Graf Dönhoff. Dahinter steckt viel persönliche Arbeit: „Das bekommt man nur mit wahnsinnig vielen Telefonaten und E-Mails hin – es ist mühsam, macht aber auch viel Spaß.“
Entscheidend ist dabei nicht allein die Prominenz einzelner Modelle. Unterschiedliche Marken, Fahrzeugkonzepte und Leistungsklassen sollen auf der Strecke auf passende Gegner treffen. So entsteht innerhalb des großen Rennens eine Reihe kleinerer Duelle – vom Kampf der leistungsstarken GT bis zum Wettbewerb der leichten und wendigen Rennsportwagen.
Eine Bühne auch für die Kleinen
Gerade den „kleinen“ Fahrzeugen galt bei der Zusammenstellung des diesjährigen Feldes besondere Aufmerksamkeit. Denn Autos wie die filigranen O.S.C.A. gehören zwar nicht zu den leistungsstärksten Teilnehmern, verkörpern aber eine ebenso faszinierende Seite des historischen Motorsports.
„In diesem Jahr habe ich mich besonders um die kleinen, kleinhubigen Rennwagen bemüht, die in der Vergangenheit etwas zu kurz gekommen sind“, sagt Dönhoff. „Ich bin sehr froh, dass diese Fahrzeuge zusammengefunden haben und innerhalb des großen Feldes ihren eigenen Wettbewerb austragen.“
So lebt das Abendrennen nicht nur von großen Namen und seltenen Einzelstücken, sondern eben vom Zusammenspiel unterschiedlicher Fahrzeuge. Der Lohn waren auch diesmal schöne Duelle vor der Kulisse eines fantastischen Sommerabends.

