Fast vier Jahre lang hatte Uwe Alzen kein Rennen mehr bestritten. Für sein Comeback suchte sich der frühere DTM- und STW-Pilot den BELMOT Oldtimer-Grand-Prix aus – und kehrte dabei im Opel Vectra STW von 1998 auch zu einem Auto aus seiner eigenen Karriere zurück.
Für die Rückkehr in den Rennsport hätte sich Uwe Alzen kaum eine passendere Bühne aussuchen können: Beim BELMOT Oldtimer-Grand-Prix trat der 58-Jährige erstmals seit Oktober 2022 wieder zu einem Rennen an. Damals war er bei einer Veranstaltung der Spezial Tourenwagen Trophy (STT) in Hockenheim gestartet. Inzwischen lebt Alzen in den USA – doch die Lust auf den Wettbewerb ist geblieben.
Über einen gemeinsamen Freund kam der Kontakt zum Eigentümer des Opel Vectra STW zustande, mit dem Alzen nun beim Super Touring Revival antrat. Das Fahrzeug aus dem Jahr 1998 ist ihm bestens vertraut: In jenem Jahr bestritt er selbst die Saison im Super Tourenwagen Cup mit einem solchen Opel. „Es ist schön, wieder im Wettbewerb zu sein. Dann merkt man, was man vermisst hat.“
Zeitreise im Opel Vectra
Nach der langen Pause ging Alzen den Wiedereinstieg zunächst entsprechend vorsichtig an. „Das war eine Zeitreise. Ich wusste ja, was auf mich zukommt, bin zunächst ein paar langsame Runden gefahren und habe mich wieder an das Auto gewöhnt. Nach vier, fünf oder sechs Runden war ich wieder da.“
Dass die Super-Tourenwagen der Neunzigerjahre auch heute noch ernst zu nehmende Rennwagen sind, steht für Alzen außer Frage. Besonders beeindruckt ihn, wie effizient der Vectra seine vergleichsweise geringe Motorleistung auf die Strecke bringt: „Wenn man sich die Rundenzeiten anschaut, ist es Wahnsinn, wie schnell so ein Auto von 1998 mit diesen schmalen Reifen ist. Es setzt seine Leistung unglaublich gut in Rundenzeit um.“
Alzen fand nicht nur schnell wieder seinen Rhythmus, sondern feierte beim OGP auf Anhieb einen Laufsieg im ersten Rennen am Samstag.
Neue Lust auf den Rennsport
Das erfolgreiche Comeback hat bei Alzen den Wunsch geweckt, künftig wieder häufiger ins Cockpit zu steigen. Dabei denkt er sowohl an weitere Einsätze mit historischen Rennwagen als auch an moderne Prototypen. Konkrete Pläne gibt es noch nicht, doch die Richtung ist klar: „Das Wochenende hier war eine Initialzündung. Ich möchte jetzt wieder mehr machen und schaue, welche Möglichkeiten sich für das nächste Jahr ergeben.“
So könnte der Auftritt beim BELMOT Oldtimer-Grand-Prix für Uwe Alzen zum Beginn eines neuen Kapitels werden. Sein gelungenes Comeback im STW-Cockpit hat jedenfalls gezeigt, dass er im Wettbewerb noch immer ganz in seinem Element ist.

