Victor Smolski ist auf der Bühne wie auf der Rennstrecke zu Hause. Bei der Tourenwagen Goldenen Ära fordert der international erfolgreiche Gitarrist mit seinem BMW M3 frühere Motorsportgrößen heraus – und genießt dabei eine Atmosphäre, die er im modernen Rennsport vermisst.
Wer Victor Smolski nicht als Rennfahrer kennt, hat ihn möglicherweise trotzdem schon gehört: Der Gitarrist komponierte „Straight to Hell“, einen der bekanntesten Songs der Metalband Rage, der durch den Kinofilm „Der Schuh des Manitu“ einem Millionenpublikum bekannt wurde. Beim BELMOT Oldtimer-Grand-Prix sorgt Smolski dagegen für einen ganz anderen Sound. Bei den Tourenwagen Goldenen Ära startet er mit seinem klassischen BMW M3.
Zwei Leidenschaften, zweimal voller Einsatz
Ein prominenter Musiker, der gelegentlich ein Rennauto bewegt? Das ist zu kurz gegriffen. Smolskis Motorsportlaufbahn begann bereits 1995 im Rallyesport. Vier Jahre trainierte er mit dem zweimaligen Deutschen Rallye-Meister Harald Demuth, bevor er später auf die Rundstrecke wechselte. Es folgten unter anderem rund zehn Jahre in der VLN, der heutigen Nürburgring Langstrecken-Serie, sowie elf Teilnahmen bei den 24h Nürburgring. Auch in Rallycross-Fahrzeugen, Formelfahrzeugen, NASCAR-Rennwagen und bei Baja-Veranstaltungen sammelte er Erfahrungen.
Parallel dazu verlief seine internationale Musikkarriere. Smolski war 15 Jahre lang Gitarrist, Komponist und Produzent bei Rage. Seit 2015 ist er mit seiner Band Almanac aktiv, veröffentlicht Soloprojekte, gibt Workshops und unterrichtet angehende Musiker. Bühne und Rennstrecke sind für ihn keine Gegensätze: In beiden Welten zählen Konzentration, Präzision, Reaktion und die Fähigkeit, im entscheidenden Moment zu improvisieren.
„Es ist oldschool“
In der Tourenwagen Goldenen Ära tritt Smolski in der DTC Open an. Sein BMW M3 mit Dreiliter-Motor verlangt körperlichen Einsatz und einen aktiven Fahrstil. Elektronische Hilfen gibt es kaum, der aerodynamische Abtrieb ist gering. Gegen stärkere Fahrzeuge mit 3,2-Liter-Motoren und sequenziellen Getrieben muss Smolski umso härter arbeiten.
Gerade das macht für ihn den Reiz aus. „Es ist oldschool. Man muss hart kämpfen“, sagt er. Das Fahrverhalten erinnere ihn teilweise an seine Anfänge im Rallyesport. Dass er mit dem BMW konkurrenzfähig ist, hat er längst bewiesen: 2024 gewann er die Meisterschaftswertung seiner Klasse, 2025 wurde er Zweiter. Auch beim Nürburgring Classic 2026 fuhr er in einem der Rennen auf Platz zwei der DTC Open.
Gemeinsam mit den Idolen von früher
Eine besondere Bedeutung hat für Smolski das Umfeld, in dem er heute antritt. Im Fahrerlager begegnet er Fahrern wie Roland Asch, Harald Grohs, Altfrid Heger oder Uwe Alzen – Motorsportgrößen, deren Rennen er früher selbst am Fernseher verfolgte. Nun steht er mit ihnen in der Startaufstellung, kämpft auf der Strecke um Positionen und tauscht sich anschließend im Fahrerlager aus.
„Hier gibt es Legenden und Historie. Das ist einfach Gänsehaut“, sagt Smolski. Zur besonderen Atmosphäre gehören für ihn nicht nur die bekannten Namen und historischen Rennwagen. Er schätzt auch den offenen Umgang der Fahrer untereinander und die Nähe zu den Fans. Die Autogrammstunden wirken dabei bisweilen wie ein großes Klassentreffen der Tourenwagen-Szene.
Nach dem Rennwochenende wartet auf Smolski wieder die Musik. Große Tourneen stehen für ihn heute seltener im Mittelpunkt. Stattdessen gibt er seine Erfahrungen verstärkt bei Konzerten, Workshops, Music Camps und über seine Online-Musikschule weiter.

